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Feministische Frauen*-Infrastruktur – Motor in der sozialen Daseinsvorsorge für Frauen* und Orte einer lebendigen Demokratie 
- Fachtag für Träger und Projekte insbesondere der gemeinnützigen Frauen*infrastruktur mit Politik und Verwaltung

September 9 @ 09:30 - 19:30

Berlin liegt im bundesweiten Vergleich der Bundesländer bei der Geschlechtergerechtigkeit trotz Verbesserungspotenzials, besonders bei Lohnungleichheit und politischen Teilhabe, aktuell vorne – und das soll auch weiterhin so bleiben! Einen wesentlichen Beitrag zu diesem gleichstellungs- und genderpolitischem Erfolg leisten auch die vielen feministischen Organisationen, Vereine und Initiativen sowie die mit öffentlichen Geldern geförderten Frauen*/FLINTA- und Gleichstellungs-Projekte, die seit der zweiten Frauenbewegung in den 1970er Jahren in den letzten Jahrzehnten gegründet wurden. Sie tragen wesentlich zur heutigen Frauen*/FLINTA-Infrastruktur bei. Die Gründer*innen bzw. Initiator*innen der Projekte haben ihre emanzipatorischen Ideen zur Selbstbestimmung und Überwindung diskriminierender Machtverhältnisse eingebracht, Mitstreiter*innen gefunden, Fördermittel akquiriert und Verantwortung für das Gemeinwohl und für gerechtere Gesellschaftsstrukturen übernommen. 

Der Beitrag der feministischen Infrastruktur zur sozialen Daseinsvorsorge für Frauen* ist unersetzlich – u.a. in den Bereichen der Anti-Gewaltarbeit, niedrigschwelligen Angeboten für Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, für Alleinerziehende, der Beratung von Frauen* zu Beruf, Bildung und Beschäftigung bzw. zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Pflege oder soziokulturellen Angeboten. Auf die erreichten Fortschritte, die Kontinuität der Angebote, die gewachsenen Kooperationen in einer vernetzten Infrastruktur, die entwickelte Fachlichkeit in den einzelnen Feldern sind die Träger und Projekte zu Recht stolz. 

Gesellschaftliche Transformationsprozesse fordern aber auch die Frauen*-Infrastruktur heraus, Träger und Projekte geraten zunehmend unter Druck:

  1. Die Lebenslagen der Zielgruppen verändern sich teils rapide und ihre Probleme werden häufig komplexer. Bisher bewährte Lösungsstrategien kommen zunehmend an ihre Grenzen, da gesellschaftliche Ressourcen (z.B. Wohnraum, ausreichende Care-Infrastruktur) nicht passgenau zur Verfügung stehen, die psychische Belastung im Arbeitsleben zugenommen hat, neue Problemlagen im digitalen Raum entstehen (z.B. digitale Gewalt), die Teuerung des Lebensunterhalts arm macht. 
  1. Die Berliner Verwaltung befindet sich in einem Modernisierungsprozess und fordert mit ihren Förderlogiken Anpassungsleistungen. Durch den Generationenwechsel geht Wissen sowohl bei den Organisationen als auch in der Verwaltung verloren. Die Haushaltslage ist schwierig. Sparen scheint alternativlos. In diesem gesamtstädtischen Kontext wird ein planungssicherer Zukunftsentwurf für die Frauen*infrastruktur vermisst. Historisch aufgebaute Beziehungen zwischen feministischen Trägern, ihren Beschäftigten, der Verwaltung und Politik werden verunsichert. Um den gesellschaftlichen Wandel zum Wohle Aller zu bewältigen, ist gegenseitiges Vertrauen eine unerlässliche Ressource, 
  1. Auch die gemeinnützigen feministischen Organisationen stehen vor Wandlungsprozessen: Sie erleben, dass junge Frauen* andere Formen des politischen Engagements bevorzugen und die Verantwortungsübernahme in einem Trägerverein wenig attraktiv finden. Vorständ*innen und Projektleiter*innen der zumeist kleinen und mittleren Organisationen sind hoch motiviert, doch strukturell stark belastet. Sie müssen ihre Organisationsstrukturen anpassen bzw. weiterentwickeln, um innovativ und zukunftsfähig zu bleiben – Herausforderungen, für die es in der Regel keine öffentliche Förderung gibt, was aber eine Gefahr für die lebendige Frauen*-Projektelandschaft darstellt. 

Ziel der Fachtagung

Ziel der Fachtagung ist es, dass die Vertreter*innen der feministischen Organisationen ein aktuelles Lagebild von den Strukturen und Herausforderungen der „Branche Frauen*-Infrastruktur“ erhalten, über den eigenen Träger-/Projekttellerrand hinausschauen und sich kollektiv aufstellen. Der Fachtag bietet Raum, um zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik Perspektiven auszutauschen und sich gemeinschaftlich auf Augenhöhe für eine geschlechtergerechte, inklusive und innovative Gesellschaft für Alle zu positionieren. Das ist gelebte Demokratie.

Mit diesem Fachtag setzen wir Diskurse fort, die auch auf dem Feministischen Sommerkongress 2026  insbesondere im Themenschwerpunkt 11 „Fraueninfrastrukturen sichern – stärken – ausbauen“ geführt wurden. 

Wir laden darüber hinaus dazu ein, am 12.9.2026, ab 15.30 Uhr, unter dem Motto „Frauen*projekte = starke Berliner*innen“  gemeinsam öffentlich für starke feministische Bewegungen in unserer Demokratie und für eine planungssichere starke Frauen*- und Gleichstellungs-Infrastruktur in der Daseinsvorsorge Berlins Gesicht zu zeigen.  Wir sind für den sozialen Zusammenhalt in Berlin unersetzlich!

Geplanter Programmablauf

9.30 Uhr Einlass und Registrierung   

10.00 Uhr Begrüßung und Einführung

Karin Knufmann-Happe, Berliner Frauenbund 1945 e.V.
Mechthild Rawert, Berliner Frauenbund 1945 e.V.

10.15 Uhr Präsentation der Umfrage-Ergebnisse zur Frauen*Infrastruktur: „Wir sind unersetzlich! 

Janika Gabriel, Berliner Institut für Sozialforschung GmbH

11.15 Uhr Mentimeter-Umfrage und Diskussion zur Präsentation: Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für 

  • die Träger und Projekte
  • die Verwaltung
  • die Politik (Parteien und Mandatsträger*innen)

11.45 Uhr Wo sehen Frauen*organisationen für sich selbst notwendige Innovationen für eine nachhaltige Zukunft – auch zur  Stärkung  feministischer Bewegungen?

  • Frauenzentrum Marie e.V.: Nina-Sybil Klüppel, Projektleiterin (angefragt)
  • Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin: Rita Brandt, Vorständin
  • Berliner Frauenbund 1945 e.V.: Dr. Hildegard Schicke, Berliner Frauenbund 1945 e.V. 

12.15 Uhr Mittagspause

  • priorisierende Bepunktung der Forderungen „Fraueninfrastrukturen sichern – stärken – ausbauen“ des Feministischen Sommerkongresses 2026

13.00 Uhr Fishbowl -Panel: Ein Austausch zwischen Zivilgesellschaft – Verwaltung – Politik auf Augenhöhe 

  • Vertreterinnen einzelner Frauen*Netzwerke, u.a.
  • Forum Berliner Migrantinnen-Projekte:  Emine Can, Türkischer Frauenverein Berlin e.V. 
  • Runder Tisch der Berliner Frauenprojekte: Heike Eskandarinezhad, BAUFACHFRAU Berlin e.V.
  • Berliner Landesprogramm zur Verbesserung der Infrastruktur für Alleinerziehende: Anett Dubsky, Jugendwerk  
    Aufbau Ost JAO gGmbH
  • feministische Antigewalt- Projekte: N.N. (angefragt)
  • soziokulturelle FLINTA*-Organisationen und Projekte: N.N. (angefragt) 
  • Vertreterinnen von Parteien
  • Marie Scharfenberg, Co-Vorsitzende der SPD Frauen Berlin, SPD-Direktkandidatin für Berlin-Lichtenberg
  • Jana Brix, Frauen- und Genderpolitische Sprecherin vpn Bündnis 90/Die Grünen, Grünen-Direktkandidatin für Berlin-Charlottenburg
  • Vertreterin von Sen ASGIVA
  • Alexandra Wend, Referatsleiterin Gleichstellung in der Arbeitswelt und Wirtschaftswelt; Strukturpolitik
  • 2 freie Stühle für Anwesende

14.20 Uhr Was ist Qualität? Was ist Wirkung? Am Beispiel des Beratungsnetzwerk Berufsperspektiven für Frauen

  • Bernhild Mennenga, Frau und Arbeit e.V.
  • Christiane Steiner, BERIT Beratungszentrum für Frauen*

14.50 Uhr Kaffeepause

15.15 Uhr Welche Chancen bietet das Landesdemokratiefördergesetz der Gleichstellung der Geschlechter und den zivilgesellschaftlichen feministischen Organisationen?

  • Niklas Alt,  Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V.

15.45 Uhr Wie stärkt Politik und Verwaltung in Zeiten von Antifeminismus und Haushaltskürzungen feministische
  Strukturen? 

  • Micha Klapp, Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung, Sen ASGIVA

16.30 Uhr Abschlussworte

  Einladung zum Get-together 

Tagesmoderation
Karin Knufmann-Happe, Berliner Frauenbund 1945 e.V.

Veranstaltungsort
Bundesstiftung Gleichstellung
Karl-Liebknecht-Str. 34
10178 Berlin

Anmeldung
Bitte melden Sie sich bis zum 7. September 2026 hier an Link
Sollten Sie danach unerwartet verhindert sein, melden Sie sich bitte ab unter: mechthild.rawert@berliner-frauenbund.de.

Ansprechpartnerin
Für Fragen steht Mechthild Rawert zur Verfügung: Email: mechthild.rawert@berliner-frauenbund.de, Handy: 0178 859 14 20

Details

  • Datum: September 9
  • Zeit:
    09:30 - 19:30

Veranstalter

  • Berliner Frauenbund 1945 e.V.

Veranstaltungsort

  • Bundesstiftung Gleichstellung
  • Karl-Liebknecht-Str. 34
    10178 Berlin, Germany