Berlin, 4./5. Juli 2026 – Erstmals haben sich Vertreter*innen aus feministischen Organisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik beim Feministischen Sommerkongress in Berlin zusammengefunden, um gemeinsam politische Forderungen für eine geschlechtergerechte Zukunft Berlins zu entwickeln. Ergebnis des Kongresses ist ein umfassender Forderungskatalog mit konkreten Handlungsempfehlungen an die Berliner Landespolitik.

Die über 400 Teilnehmer*innen fordern unter anderem die vollständige Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Streichung des § 218 aus dem Strafgesetzbuch, den konsequenten Ausbau des Gewaltschutzes für Frauen und FLINTA, eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung, mehr politische Teilhabe von Frauen sowie eine langfristige Absicherung feministischer Infrastruktur. Ebenso stehen eine inklusive Digitalpolitik, eine geschlechtergerechte Stadtentwicklung und die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen im Mittelpunkt des verabschiedeten Forderungskatalogs.

Der Kongress macht deutlich, dass Gleichstellungspolitik eine Querschnittsaufgabe ist. Die verabschiedeten Forderungen verstehen sich als konkrete Impulse für die politischen Entscheidungen der kommenden Legislaturperiode und richten sich an alle demokratischen Parteien in Berlin, das Abgeordnetenhaus von Berlin sowie an den gesamten Senat.

Der Feministische Sommerkongress soll künftig regelmäßig stattfinden und den Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft weiter stärken. Die Veranstalter*innen werden den Forderungskatalog den politisch Verantwortlichen übergeben und seine Umsetzung – u.a. durch Aufnahme der Themen im kommenden Koalitionsvertrag – aktiv begleiten.

Die drei Initiatorinnen Sybill Schulz für das Feministische Netzwerk für Gesundheit Berlin und die Überparteiliche Initiative Berlin – Stadt der Frauen (ÜPFI), Mechthild Rawert für den Berliner Frauenbund 1945 und Dr. Christine Kurmeyer für den Landesfrauenrat Berlin sind sich einig:

„Mit dem ersten Feministischen Sommerkongress ist es gelungen, die Expertise zahlreicher feministischer Initiativen und Fachfrauen zu bündeln und gemeinsame politische Prioritäten zu formulieren. Unsere Forderungen zeigen, wie Gleichstellungspolitik in allen gesellschaftlichen Bereichen konkret ausgestaltet werden kann. Von Gesundheit und Bildung über Digitalisierung und Stadtentwicklung bis hin zu Gewaltschutz, Demokratie und Frieden.“
(Dr. Christine Kurmeyer)

„Der erste feministische Kongress, gemeinsam von mehr als 100 Frauen konzipiert und von 46 Kooperationspartner*innen getragen, hat mit über 400 Teilnehmer*innen den großen  Bedarf an Vernetzung, Reflexion und gemeinsamer Lösungsentwicklung deutlich gemacht. Die dabei identifizierten Handlungsbedarfe wurden in Forderungen zu elf zentralen Schwerpunktthemen gebündelt. Unser gemeinsames Ziel ist die Chancengerechtigkeit für alle Frauen* und FLINTA in Berlin – durch verlässliche Rahmenbedingungen, notwendige strukturelle Veränderungen sowie durch diskriminierungsfreie Zugänge und Partizipation.“
(Sybill Schulz)

„Der Feministische Sommerkongress 2026 hat gezeigt, dass es trotz Vielfältigkeit in den feministischen Bewegungen möglich ist, über Generationen und einer nterschiedlichenVerankerung in den kulturellen viralen oder lokalen Lebenswelten hinweg möglich ist, lautstark als geeinte gesellschaftsverändernde politische Kraft aufzutreten. Mit einem intersektionalem Blick setzen wir uns für den Abbau sozialer Ungleichheiten, eine Sicherung der Frauen-Infrastruktur und mehr demokratische Teilhabe von Frauen* und FLINTA* in allen Bereichen ein. Wir wollen ein geschlechtergerechtes Berlin für Alle.“
(Mechthild Rawert)

Und als zuständige Senatorin ergänzt Cansel Kiziltepe, SenASGIVA:

„Auf dem Weg zu echter Gleichstellung braucht es Beharrlichkeit im Kleinen wie im Großen. Equal Care, geschlechtersensible Gesundheitsversorgung, Gewaltschutz, Digitalisierung, ökonomische und politische Teilhabe und Fraueninfrastrukturen – alle Themen bleiben hartnäckig relevant. Manche seit Jahren, andere seit Jahrzehnten. Der erste Feministische Sommerkongress war ein Zusammenschluss von über 400 Menschen, ihren Ideen und Impulsen, der die Themen unserer Zeit vorantreibt. Ich danke allen Teilnehmenden für Ihre Arbeit und freue mich, diese Themen auch in Zukunft gemeinsam mit Ihnen nach vorne treiben zu können.“ (Cansel Kiziltepe)